Hier seht ihr erstmal mein Abendessen von gestern. Ich habe mir eines der Nationalgerichte bestellt. Ich war der einzige Gast um 17.30 Uhr und sie meinte, das würde aber eine halbe Stunde dauern. Da ich genug Zeit habe, bin ich bei der Bestellung geblieben und das war dann auch sehr lecker. Alles im heißen Topf zubereitet. Viel Gemüse und ein paar Hähnchenstückche und dazu frisch getoastetes Brot.
Ich habe hier auch wirklich sehr ruhig geschlafen. Autos fahren hier in der Nacht auch nicht mehr.
Allerdings hat es gegen 3 Uhr angefangen zu regnen. Es hat dann immer so leise vor sich hingenieselt, bis ich um 7 Uhr aufgestanden bin. Da ging dann ein richtiger Wolkenbruch los und es hat, während ich Kaffee getrunken habe, geschüttet.
Ich bin dann Richtung Malko gefahren und die Strecke war, wie ich schon gestern beschrieben habe, absolut traumhaft. Superschlechte Straßen aber nur schön.
Es ging dann in Richtung Swilengrad und mein Navi wollte mit aller Gewalt durch Griechenland fahren. Das wären wieder 2 Grenzkontrollen im Abstand von 20 Minuten gewesen und das wollte ich mir nicht antun, auch wenn ich es in der Folge noch bereut habe.
.....Ohne Worte....Volltreffer, aber das Profil ist noch gut, wie man sieht.
Also bin ich in Swilengrad auf der bulgarischen Seite geblieben und an den Grenzübergang auf der D100 gefahren.
Als ich dort ankam, ging der Stress los. Es war eine lange Schlange an der Passkontrolle und da ging nicht wirklich was vorwärts.
Ich habe also mal ganz in Ruhe mein Zeug zusammengesucht und dabei festgestellt, dass meine grüne Versicherungskarte Ende 2023 abgelaufen ist. Nun wusste ich aber genau, dass ich eine Neue angefordert hatte aber die war unauffindbar. Nach 10 Minuten hecktischem Suchen habe ich aufgegeben und versucht, die Hotline meiner Versicherung anzurufen. Nachdem ich da rund 20 Minuten in der Warteschlaufe hing und niemand dran ging, habe ich mir im Internet eine andere Telefonnummer gesucht. Gott sei Dank funktionierte das bulgarische Netz noch recht gut, so dass ich telefonieren und googeln konnte.
An der neuen Nummer der Versicherung ging schon nach 5 Minuten eine sehr nette Dame dran und sie hat mir nach der Nachschau im System gesagt, dass sie mir die neue Karte im September per E-Mail zugeschickt haben.
Nun fiel mir das auch wieder ein und ich habe die hundertprozentig auch ausgedruckt und wahrscheinlich liegt das Ding zu Hause noch irgendwo rum.
E-Mail war ja aber auch ok, weil ich alle meine Mails seit ca. 15 Jahren immer mit mir rumschleppe und Dank der Internetverbindung hatte ich das Mail dann auch bald gefunden.
Bis ich das hatte, war ich mit der Passkontrolle dran und dann ging es ein paar Meter nach vorne zum Zoll. Wieder 20 Minuten warten und dann wollte die Dame tatsächlich die grüne Versicherungskarte sehen. Ohne die wäre ich nicht in die Türkei gekommen bzw. hätte eine Versicherung hier abschließen müssen. Ich habe ihr den Laptop unter die Nase gehalten, was erstmal einen seltsamen Stöhnlaut zur Folge hatte. Schließlich hat sie das aber dann so akzeptiert und mir das ok zur Weiterfahrt gegeben.
Direkt hinter ihrem Schalter standen ein paar Zöllner rum, die auch das WoMo vor mir kurz inspiziert hatten. Als ich dann durch die Schranke fahren durfte, war von denen keiner mehr da und ich bin zur 3. Kontrollstelle weitergefahren.
Dieses 3-stufige System (eigentlich 4-stufig- weil ich die Desinfektionsschleuse am Anfang großzügig weggelassen habe) muss ich erklären. Es ist in der Türkei eigentlich an allen großen Grenzübergängen so, dass man zuerst zur Passkontrolle und dann zur Zollkontrolle fährt. Ein paar hundert Meter weiter ist dann die eigentliche Ausfahrt aus dem Zollhof und da wird nochmal überprüft, ob man auch alle Stationen ordentlich durchlaufen hat.
Das war bei mir nun wohl nach dem Gefühl des dortigen Sheriffs nicht der Fall. Ich musste rückwärts aus der Schlange fahren und er hat mich zu D3 geschickt.
Das Problem war, ich hatte keine Ahnung was D3 ist und bin halt mal ein ganzes Stück zurückgefahren bis ich gesehen habe, dass auf der rechten Seite neben den Fahrspuren ein ziemliches Tohuwabohu ist. Da waren 3 Schalter, an denen D3 stand und vor allen Schaltern riesige Menschenschlangen. Daneben war eine große Halle, in denen die Fahrzeuge auseinandergenommen wurden. Ich hatte mich ziemlich genial zwischen die Fahrzeug gedrängt, so dass an mir niemand mehr vorbeikam. Vor mir waren auf der Spur in Richtung Halle noch rund 10 Fahrzeuge und nun wurde es schwierig. Auto abschließen und am Schalter anstehen mit dem Risiko, dass sich wieder jemand an einem vorbei drängt oder die Pool-Position behalten. Ich habe mich für etzteres entschieden und nach ca. 15 Minuten kam die Schlange auch in Bewegung und es waren nur noch 6 Fahrzeuge vor mir. Als ich dann da rumgelaufen bin habe ich eine Deutschtürkin in einem Fahrzeug gesehen und sie gefragt, ob ich jetzt denn auch an den Schalter muss. Sie meinte, sie hätte auch keine Ahnung, aber sie hätte das nicht gemacht und sie würde auch keinesfalls den Platz in der Schlange opfern.
Nun gut, ich blieb im Auto sitzen und nun kam leider die Mittagspause. Plötzlich waren alle Zöllner verschwunden und für 1 Stunde bewegte sich nichts mehr. Dann kam mal eine hübsche Zöllnerin aus dem Kabuff und ich habe gehört, dass sie fließend englisch spricht. Ich habe sie, nachdem sie ihr Gespräch beendet hatte gefragt, ob ich auch an den Schalter muss, worauf sie meinte, dass müsse sie im Büro überprüfen. Ich bin ihr daraufhin mit meinen Fahrzeugpapieren ins Büro gefolgt und nach einem kurzen Blick in den Rechner meinte sie, dass ich nur gefilzt werde, den Schalter könnte ich mir schenken.
Jetzt wusste ich zumindest mal das und nach einer weiteren Wartezeit von ca. 30 Minuten war ich dann auch ganz vorne und durfte in die heilige Halle fahren. Da stand ich dann nochmal 10 Minuten rum und dann kam ein freundlicher Zöllner. Ich musste alle Stauklappen außen aufmachen, wobei er jedes Mal binnen einer Zehntelsekunde sagte: "Zu machen". Dann wollte er ins WoMo, wobei ich vorausgehen musste. Er hat absolut nichts angefasst und nur auf alle Schubladen gedeutet und ich musste sie ihm öffnen. Jedes Mal war es nur ein kurzer Blick und nach gefühlt 2 Minuten war das alles erledigt.
Hab ich schon erwähnt, dass ich für diese Intensivkontrolle über 2 Stunden gewartet habe!
Egal, nach rund 3 Stunden war ich dann auch durch die letzte Schleuse und bin auf der 4-spurigen Straße in Richtung Edirne gefahren. Da kommen erstmal viele große Tankstellen, wobei ich an einer die Karre für umgerechnet 1,15 €/l vollgetankt habe. Kurz darauf standen große Werbeschilder für Vodafone an einem Restaurant und da bin ich direkt abgebogen.
Von meiner türkischen Vodafonkarte von 2022 wollten sie da nichts mehr wissen, also nichts mit Aufladen. Sie meinte, wenn die Karte so lange nicht mehr genutzt wurde, ist sie deaktiviert.
Also habe ich eine neue Karte mit einere Gültigkeit von 3 Monaten und 100Gb Datenvolumen gekauft. Die hat 2022 noch umgerechnet rund 30 Euro gekostet, heute waren es 108 €. Aber was soll ich ohne mobile Daten machen. Man ist da zwischenzeitlich echt abhängig.
Ich streue jetzt mal wieder ein Bild ein, das eigentlich noch vor das Grenzdrama gehört, sonst ist das hier zu viel Text.Die Dame im Vodafone-Shop war sehr nett und hat die SIM-Karte ins Handy gebaut und alle Einstellungen gemacht. Ich durfte erst gehen, als alles funktionierte.
Am Zoll stand ich noch bei über 20 Grad im T-Shirt rum und nun hatte es gerade mal noch 11 Grad, bei einem heftigen Wind. Also nur ins Auto und weiter in Richtung Edirne.
Da ging nun das nächste Chaos los. Ein Riesenstau quer durch die Stadt. Während die Bulgaren echt entspannte Autofahrer sind, kann man das von den Türken nicht behaupten. Da wird gedrängelt und gehupt als gäbe es kein Morgen.
Zwischen den Fahrzeugschlangen drängeln sich dann noch unzählige Mopedkuriere und Fahrradfahrer durch und prompt blieb einer an meinem Außenspiegel hängen, worauf er natürlich weiter fuhr. Gut, kein Schaden entstanden aber ....
Die Moschee hier wäre ja sicherlich eine Besichtigung wert, aber glaubt mir, da kommt man nicht auf die Idee irgendwo anzuhalten und schon gar nicht, wenn es auch noch schüttet und die Straßen überwiegend unter 10cm Wasser begraben sind.
Also nur Augen zu und durch und dann weiter in Richtung Havsa. Da das alles die D100 ist - eine 4-spurige Rennstrecke auf der mir letztes Mal schon schier ein LKW die Karre zerlegt hat - bin ich hinter Havsa auf eine kleine Nebenstraße nach Yeşilova abgebogen.
Ab da bin ich dann nur noch auf winzigen Straßen die nur teilweise asphaltiert sind, gefahren. Leider liegt auch an diesen Straßen überall Müll rum.
Es ging dann weiter in Richtung Bıldır, wobei mir das Gewitter ständig am Auto klebte. Ich fuhr immer in die Richtung mit dem blauen Himmel, aber kaum wollte ich mal aussteigen, hat mich der Regen von hinten eingeholt.
Aber schließlich war ich weit genug weg und hatte schon längst keine Lust mehr, noch weiter zu fahren. Zwischen Bıldır und Danisment habe ich mich nun hier auf diese Bergkuppe gestellt und ich fahre heute keinen Meter mehr.
Das Problemchen hier ist, dass hinter dieser Kurve, die man da auf dem Bild sieht, sich ständig irgendwelche Leute versammeln. Die kommen mit Minibussen und packen dann die Bierflaschen aus. Einer davon kam auch vorhin mal zu mir, war aber ausgesprochen höflich und freundlich.
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