Ich bin gegen 8 Uhr losgefahren und meine gewählte Route durch die kleinen Dörfer ging halt auch über viele Schotterpisten. Dementsprechend sah das Auto schon nach wenigen Kilometern aus.
Über die kleinsten Straßen, die ich in der Karte gefunden habe, ging es weiter in Richtung Gelibolu zum Fährhafen. Was da an der Strecke mitten im Gelände zu qualmte, weiß ich nicht. Sah ein bisschen nach Geothermie aus.
In einem Dorf waren sie trotz strömenden Regens gerade dabei, die Erdbeeren zu pflücken. Auch eine ziemlich blöde Arbeit in dem Matsch.
Und dann sah man endlich mal das Meer von Weitem.
10km vor Gelibolu habe ich gegen 12 Uhr an einer Tankstelle Köfte mit etwas Salat gegessen. Endlich mal ein warmes, sehr leckeres Essen auf dem Teller und nicht wie in Bulgarien alles eiskalt.
Gegen 12.30 Uhr war ich am Fährhafen. Da hatte ich mal richtig Glück. Die stand gerade mit offener Klappe da, war schon halb voll und nach Bezahlung von 270 Lira, rund 8 Euro, konnte ich direkt drauffahren.
Keine 20 Minuten später legte die Fähre ab und angenehm war, dass es hier mal nicht regnete. Mit 14 Grad war es aber auch nicht wirklich warm.
Während ich noch auf das Ablegen gewartet habe, kam tatsächlich noch ein weiteres WoMo auf die Fähre. In den letzten Tagen hatte ich auf meinen Strecken keine gesehen.
Auf dem Schiff wurde man von mehreren Verkäufern überfallen, die einem Markenparfüms andrehen wollten. Ich war erstaunt, wie viele Türken auf dem Schiff das Zeug gekauft haben.
Der Fährhafen in Gelibolu ist eigentlich wie eine Bushaltestelle. Da kommt eine Fähre nach der anderen und man hat daher nie größere Wartezeiten und muss auch nicht vorbuchen, zumindest nicht außerhalb jeder Saison.
Das ist die große Autobahnbrücke, die man anstelle der Fähre auch nehmen könnte. Die ist aber mautpflichtig und das Mautsystem ist ein bisschen undurchsichtig. Daher war mir die Fähre einfach lieber und Ogli fährt auch gerne Schiff.
Nach ca. 40 Minuten ist man auf der anderen Seite in Lapseki.
Als wir letztes mal hier angekommen sind, sind wir vom Fährhafen aus in die nördliche Richtung gefahren, heute habe ich die Tour in Richtung Süden nach Çanakkale genommen.
In Çanakkale bin ich trotz chaotischem Verkehr extra 3km bis zum Hafen gefahren, um das trojanische Pferd zu fotografieren. Das Bild musste ich im Vorbeifahren aus dem Beifahrerfenster machen. Anhalten wäre unmöglich gewesen und Parkplätze gab es auch nicht.
Nach diesem "Ausflug" durch die Stadt bin ich weiter in Richtung Troja gefahren. Hier sieht man noch die Moschee von Çanakkale, sehr beeindruckend.
Die Fahrt ging wieder mal über eine 4-spurig ausgebaute Straße, die D200, die allerdings recht leer war. Trotzdem bin ich bei der ersten Gelegenheit wieder abgebogen und habe für den Rest des Weges die kleinen Dorfstraßen genommen, auf denen die Ziegen rumrennen.
Direkt gegenüber vom Troja-Museum in Tevfikiye habe ich einen kleinen Campingplatz bei einem Restaurant entdeckt. Die exponierte Lage lässt er sich bezahlen, wobei 20 Euro für die Nacht inkl. Strom jetzt auch nicht die Welt sind. Hier bin ich der einzige Camper und das Beste ist, ich konnte hier mal wieder richtig heiß duschen.
Wenn das Wetter morgen mitmacht, werde ich die Ausgrabungsstätte und anschließend das Museum besuchen. Das Museum hätte ich heute schon gemacht, aber der Besitzer des Campingplatzes hat mit abgeraten, weil man mit einem Ticket beide Stätten besuchen kann aber nur, wenn man es am gleichen Tag macht. Ich hätte somit 2 Mal Eintritt bezahlen müssen. Ich werde dann wohl morgen auch noch hier bleiben und erst übermorgen weiter fahren.
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