Weshalb ich nun doch einen kurzen Beitrag schreibe, hat vor allem mit der völlig verrückten Preisentwicklung hier zu tun. Dalyan selbst ist traumhaft schön wie eh und je, auch wenn es in den letzten 30 Jahren jedes Jahr ein bisschen größer geworden ist. Das Urtümliche bleibt dabei jedoch weitestgehend erhalten, weil hier alles Naturschutzgebiet ist und große Hotelbauten nicht erlaubt sind.
Gestern haben wir also auf rechten Seite des Strandes etwas getrunken und ein Eis gekauft und heute auf der linken Seite. Die Verkaufsstände sind absolut vergleichbar, weil es nur an diesen beiden Enden Verkaufsstände und ein paar Liegestühle gibt. Und nun die Überraschung. Auf der linken Seite kostete alles maximal die Hälfte oder z.T. noch weniger, als auf der anderen Seite des Strandes, wo natürlich auch viel mehr Touris unterwegs sind.
Auf dem Weg heute mussten wir erstmal wieder eine Schildkröte retten, die mitten auf der Straße rumgewatschelt ist. Das passiert hier häufig und wir halten dann natürlich an und tragen die in sicheres Gelände.
Hier sieht man den kompletten Dalyan-Strand. Im hinteren Bereich des Bildes das teure Touri-Eck, vorne hinter dem Baum dann die weitaus günstigere Seite, die man auf dem Landweg erreichen kann.
Auf dieser Seite des Strandes gibt es auch eine Rettungsstation für verletzte Riesenschildkröten (Caretta Caretta), die am Dalyan-Strand ihre Eier ablegen. Sie werden immer wieder durch die Schiffsschrauben von viel zu vielen Booten, die da rumschippern, verletzt. In der Station versucht man dann, die Tiere, die sehr alt werden können, wieder aufzupäppeln.
Aber jetzt nochmal zu den Preisen hier:
Man weiß ja, dass es eine riesige Inflation in der Türkei seit längerer Zeit gibt und ist dann der Meinung, dass der Euro dann eigentlich mehr Wert sein müsste. Das ist weit gefehlt. Die Preise, auch für Touristen, sind regelrecht explodiert. Man zahlt hier zwischenzeitlich für ein ordentliches Essen und die Getränke mindestens genauso viel, wie zu Hause. Eine Flasche des einheimischen Weins, für die man vor 2 Jahren noch 8-10 Euro im Restaurant bezahlt hat, ist unter 20 Euro kaum noch zu bekommen. Die einfachsten Gerichte, wie z.B. Köfte, kosten als Tellergericht mit ein bisschen Reis auch zwischen 15 bis 20 Euro. Steaks sind unter 20 Euro gar nicht mehr zu bekommen. Klar, die Preise für das Fleisch sind auch in den hiesigen Metzgereien exorbitant, worauf die Wirte reagieren müssen. 1 Kg der einfachsten Wurst liegt schon über 20 Euro.
Jetzt kommt halt noch das Problem, dass hier viele Wirte meinen, man könnte ja auch gleich vorsichtshalber noch was auf die Preise draufpacken, da die Inflation ja immer noch so hoch ist. Da kommen dann solche Stilblüten zustande, dass für eine kleine Flasche Bier 7.50 € verlangt wird und ein Raki mal schlappe 12 Euro kostet. Die Banken machen da auch mit und verlangen, nachdem das jahrelang ohne Fremdgebühren ging, 8% Gebühren für eine Bargeldabhebung.
Das wirklich einzige, was hier aus europäischer Sicht noch preiswert ist, ist das Benzin mit ca. 1,20 € und die Zigaretten mit ca. 1,50 Euro.
Für die Schifffahrt zum Dalyan-Strand verlangen sie aktuell rund 7.50 Euro nachdem das vor 2 Jahren noch 4 Euro gekostet hat. Alle Eintrittspreise, insbesondere zu den vielen historischen Stätten in der Gegend, kosten mindestens 3 bis 4-mal soviel (in Euro gerechnet), wie noch vor 2 Jahren.
Meiner Meinung ist man hier gerade dabei, die Tourismusindustrie an die Wand zu fahren. Der Nimbus der Türkei als preiswertes Urlaubsland ist auf jeden Fall ruiniert und wenn das so weiter geht, werden die Urlauberzahlen in den nächsten Jahren massiv einbrechen.
Der Plan ist jetzt, am kommenden Montag, 27.05., hier wieder aufzubrechen. Ich will versuchen, dann wieder einen täglichen Blog zu schreiben, aber ob das klappt, werden wir sehen.
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