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Sonntag, 5. Mai 2024

05.05.2024_Troja


Gestern Abend bin ich hier im Restaurant, das zum Campingplatz gehört, essen gegangen. Es gab Köfte mit Reis und einem Salat und 2 Gläschen Wein. Als es dann ans Bezahlen ging, habe ich für 2 Nächte Campingplatz und das Essen 2400 Lira, rund 70 Euro, bezahlt. Ich wusste schon vorher, dass der Campingplatz 650 Lira/Nacht - rund 20 Euro/Nacht - kostet, aber fast 30 Euro für das Essen erschien mir dann doch recht heftig.

Ich habe mir das heute Nacht erstmal durch den Kopf gehen lassen und den Besitzer dann heute Morgen gefragt, was denn die einzelnen Sachen kosten. Es hat sich herausgestellt, dass er sich um 200 Lira verrechnet hat, wobei ich ihm keine Absicht unterstelle. Es bleibt jedoch dabei, Dass so ein Pobelessen, für das man hier sonst keine 10 Euro bezahlt hat, jetzt halt 15 Euro kostet und das Glas Wein auch bei 6 Euro liegt. Was ich momentan noch nicht beurteilen kann ist, ob sie einfach wegen der exorbitanten Inflation die Preise zu Saisonbeginn mal auf Maximalniveau angehoben haben nach dem Motto, in ein paar Wochen ist das dann ja für die Touris wieder billiger. Das weiß ich erst, wenn ich in Dalyan bin.

Heute Morgen hat dann ein Kanadier im Rentenalter, der in einem kleinen Zelt auf dem Platz geschlafen hat, seinen Krempel zusammengepackt. Er war wegen des schlechten Wetters jetzt 3 Nächte hier. Er hat mir erzählt, dass er jetzt erstmal noch 3 Monate durch die Türkei radelt und dann in den Iran, Tadschigistan, Usbekitan und was weiß ich noch machen wird. Da kann ich nur sagen: Respekt. Das würde ich mir nicht antun. Ich dachte immer, nur Deutsche sind so verrückt.
Heute Morgen, als ich um 7 Uhr aufgestanden bin, war der Himmel komplett blau, aber es war kalt. Die Ausgrabungsstätte in Troja öffnet erst um 9 Uhr und ich bin 15 Minuten vor 9 Uhr dahinmarschiert, um den Massen zu entfliehen. Wie man sieht, hatte der Himmel bis dahin schon wieder komplett zugezogen.
Ich war dann auch die ersten Minuten völlig alleine da drin, nachdem ich den Eintrittspreis von 1000 Lira - rund 27 Euro - bezahlt hatte. Der Campingbesitzer hatte mir noch gesagt, dass dieser Eintritt bis vor wenigen Wochen noch 600 Lira gekostet hat.
Gleich am Eingang steht das trojanische Pferd, das aber leider gerade renoviert wird. Da war ich dann gleich mal froh, dass ich einen intakten Gaul gestern in Çanakkale fotografiert hatte.
Es kamen dann so nach und nach etliche Reisegruppen mit Bussen. Insgesamt war es aber relativ ruhig da.
Die Anlage ist relativ klein und überschaubar und eigentlich stehen sowieso nur Mauerreste rum. Da ich mit alten Steinen eh nicht so viel anfangen kann, fand ich das alles nicht sehr beeindruckend.
Und um euch heute nicht nur alten Plunder zu präsentieren, habe ich dazwischen auch mal ein Blümchen fotografiert.


Zur Geschichte von Troja, die ja bei den einzelnen Archäologen sehr zwiespältig diskutiert wurde und wird, schreibe ich besser nichts. Das könnt ihr selber nachlesen.
Es fing dann auch noch an zu nieseln, was mich nicht weiter gestört hat. Ich war nach 45 Minuten sowieso komplett durch und habe mich auf den Weg zum Camp gemacht.

Auf dem Heimweg habe ich in einer Kneipe erstmal gefrühstückt und bin dann zum Auto gelaufen.
Gegen 12 Uhr kam dann die Sonne wieder raus, wobei die ganze Zeit ein heftiger recht kühler Wind blies.

Ich bin dann über die Straße zum Troja-Museum, diesem komischen Klotz, gelaufen.
Die Eintrittskarte gilt ja auch für das Museum, sofern man beides am gleichen Tag besucht.

Ich habe jetzt einfach mal willkürlich einige Bilder aus dem Museumsbereich hier eingestellt und hätte natürlich noch unzählige mehr. Aber man kann ja nicht stundenlang tote Steine anschauen.



Wer Lust hat, darf hier weiterpuzzeln.



Und Geschmeide brauchte es halt früher schon, da haben sich die Frauen nicht geändert.




An einer Stelle im Museum lief eine Animation, wie Troja in den Epochen 1 bis 9 ausgesehen haben soll. Hier mal ein Beispiel. Falls jemand Interesse am Rest hat, ich habe alle Epochen fotografiert und ob das so stimmt, weiß eh keiner.



Im Museum selbst gibt es eine umlaufende Rampe, über die man auf die 4 Stockwerke mit den Exponaten kommt. Im 5. Stock ist dann eine Dachterasse, von der aus man einen schönen Rundumblick hat. Die Teile, die man hier im Hintergrund sieht, liegen aber alle außerhalb der Besucherzone rum und müssen wohl noch verarbeitet werden.



Ich als Kunstbanause war dann da auch nach etwas mehr als einer Stunde durch und bin zurück zum Platz gelaufen. Das Bild habe ich nur gemacht, weil bei meiner Ankunft heute der Hintergrund blau und nicht mehr schwarz war.


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